Wenn Sie in München Ihr Grundstück verkaufen, können Sie dies an eine Privatperson oder einen Verwandten tun. Manchmal interessiert sich aber auch eine GmbH oder eine GbR dafür. Doch was ist eigentlich eine GbR?

Warum sollte Sie Interesse an meinem Grundstück haben und welche Besonderheiten gibt es bei ihr? Hier sind die Antworten.

Was ist eine GbR genau?

In Zeiten, in denen die deutsche Banken Negativzinsen ankündigen und in denen die Entwicklung der EU in den Sternen steht, gewinnen Immobilien und Grundstücke als Geldanlage an Bedeutung. Insbesondere beliebte Großstädte wie München stehen im Fokus der Klein- und Großinvestoren. Wer jetzt ein Grundstück verkaufen möchte, welches er schon lange im Eigentum hat, kann mit großen Gewinnspannen rechnen. Für die Liegenschaft können sich Privatpersonen oder Unternehmen mit den unterschiedlichsten Rechtsformen interessieren. Darunter findet sich ebenfalls die GbR und damit die Gesellschaft bürgerlichen Rechts. In ihr können sich zwei oder mehrere Personen zusammenschließen, um Immobilien und Grundstücke zu kaufen. Warum dies sinnvoll sein kann, erörtern wir später.

Die GbR ist die simpelste Form der Personengesellschaft. Sie setzt sich aus zwei oder mehr natürlichen oder juristischen Personen zusammen. Sie schließen sich mithilfe der GbR legal zusammen, um gemeinsam einen bestimmten Geschäftszweck zu erreichen. In diesem Fall wäre es die Investition in ein Grundstück. Es ist eine beliebte Rechtsform, denn die Gründung der GbR ist ganz einfach. Auch eine Geldeinlage in einer bestimmten Höhe ist nicht erforderlich. Theoretisch kann eine GbR ohne bewusstes Zutun entstehen: Sobald zwei oder mehrere Personen zusammen einen Geschäftszweck verfolgen, besteht eine GbR. Zur eigentlichen Gründung ist allerdings ein Gesellschaftervertrag notwendig. Dieser lässt sich mündlich formulieren, aber einer schriftlichen Form ist immer Vorzug zu gewähren. So lassen sich auch weitere Vereinbarungen zwischen den Gesellschaftern festhalten.

Grundstücksverkauf an GbR: Passiert dies häufig und welche Vorteile hat dies?

Nach Erfahrungen der deutschen Notare stellt der Grundstücksverkauf an eine GbR eher die Ausnahme dar. Zumeist werden Immobilien oder Grundstücke – sofern mehrere Personen zusammen die Liegenschaft kaufen – nach ideellen Bruchteilen gekauft. Hiermit ist gemeint, dass im Grundbuch vermerkt wird, welcher Grundstücksbruchteil von jedem Käufer gekauft worden ist. Kauft eine GbR ein Grundstück, stellt sich die Sachlage etwas anders dar. Jetzt kauft die GbR im Ganzen eine Liegenschaft. Die einzelnen Gesellschafter der GbR halten Anteile am Vermögen der Gesellschaft. Dies bedeutet, dass ihnen das Grundstück gemeinsam gehört. Keiner ist Eigentümer von nur einem Teil davon.

Für den Verkäufer macht dies letztlich keinen Unterschied. Für die Käufer allerdings schon. So ist zu beachten, dass ein Erwerb eines Grundstücks in Form einer GbR mehr Flexibilität erlaubt. Die Gesellschafteranteile der GbR können ohne wiederholte Befassung eines Notars nahezu grunderwerbsteuerneutral transferiert werden. Dies kann sowohl an Mitgesellschafter geschehen sowie an eine bisher nicht beteiligte dritte Partei. Ein paar Beispiele verdeutlichen diese Sachlage: Verschiedenste Eigenkapitalbeiträge lassen sich durch ein Verschieben der Beteiligungsquoten abbilden. Auch volljährige Kinder können so ohne Schwierigkeiten stufenweise an den Grundstücken beteiligt werden. Darüber hinaus wird die GbR gern gewählt, wenn es sich um Ehegatten mit Güterständen im Ausland handelt. Für sie ist es oft problematisch, ein Bruchteilseigentum zu realisieren. Manch einer erachtet es auch als Vorteil, dass sich beim Grundstückserwerb über eine GbR die konkreten Beteiligungsquoten an der Liegenschaft nicht im Grundbuch ersehen lassen. Über Klauseln im Vertrag zur GbR lässt sich zudem Einfluss auf das Erbrecht nehmen. Ein weiterer Aspekt ist ebenfalls interessant: Beim Bruchteilserwerb kann ein einzelner Eigentümer seinen Bruchteil verkaufen oder verschenken. Bei der GbR ist dies anders.

Nachteile eines Grundstückskauf durch GbR​

Der Grundstücksverkauf an eine GbR hat für den Verkäufer keinerlei Nachteile. Für die Gesellschafter kann dies jedoch anders sein. Der große Vorteil der Flexibilität kann sich natürlich auch nachteilig auswirken. Die rechtliche Gestaltung wird durch die Rechtsform der GbR erheblich komplizierter. Darüber hinaus ist zu beachten, dass an späteren Übertragungen kein Notar beteiligt sein muss. Dies kann unbewusste Konsequenzen haben. Aus diesem Grund empfehlen Rechtsexperten nur den Grundstückskauf über eine GbR, wenn es sich um sachkundige Profis handelt. Sie müssen den größeren Gestaltungsaufwand selbstständig meistern können und profitieren so von den zusätzlichen Beraterkosten. Die ist, wie bereits erwähnt, natürlich mit gewissen Risiken verbunden.

Keine Angst vor dem Grundstücksverkauf an eine GbR

Immobilienverkäufer müssen sich vor dem Grundstücksverkauf an eine GbR nicht scheuen. Dieser hat für sie keinerlei Nachteile. In der Praxis treffen Verkäufer kaum auf eine GbR, die in Grundstücke investieren möchte. Ist dies doch der Fall, handelt es sich zumeist um eine Gruppe von befreundeten Investoren. Auch kann es sich um ein Ehepaar handeln, die schwierige Güterstände besitzen. Letztlich ist für den Verkäufer nur wichtig, dass alles Entscheidende im Grundstückskaufvertrag geregelt ist und der Käufer pünktlich zahlt. Ein kompetenter Immobilienmakler in München kann den kompletten Prozess hilfreich unterstützen.

Publiziert am 
Aug 13, 2019
 in Kategorie:
Verkaufsstrategie

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